ÜBER UNS

Die Freiwillige Feuerwehr Götzendorf an der Leitha wurde als eine der ältesten im Bezirk im Jahr 1874 unter ihrem ersten Kommandanten Franz Polsterer gegründet. Noch im selben Jahr hatten die 35 Gründungsmitglieder bei einem Brand in Margarethen ihre Feuertaufe. Da in den Anfangsjahren in vielen Umlandgemeinden noch keine Feuerwehr bestand, gingen Ausrückungen oft sehr weit (Stotzing, Rauchenwarth, etc.). Um zu lange Anfahrtszeiten mit den Pferdegespannen zu vermeiden, wurde 1876 beschlossen, nicht weiter als nach Mannersdorf, Wasenbruck, Reisenberg, Pischelsdorf, Wr.Herberg, Margarethen und Trautmannsdorf auszurücken.

Wie aus der Brandchronik hervorgeht, wurden im Einsatzfall dennoch immer weite Wege aufgenommen um Hilfe zu leisten.

Ab dem Jahr 1876 wurden auch „Feuerwehrkränzchen“ (später Bälle) abgehalten. 

1908 war für die Feuerwehr ein einsatzreiches, spektakuläres Jahr.

Am 15.4.1908 gab es einen riskanten Einsatz am Bahnhof Götzendorf, bei dem ein, während der Fahrt in Brand geratener, Benzinwaggon gelöscht werden musste. Mehrere Brandstiftungen bei Strohtristen sorgten im damaligen Sommer ebenfalls für viel Arbeit. Am 8.8.1908 brannte bei stürmischem Wind halb Pischelsdorf samt der Pfarrkirche nieder.

Während des 1. Weltkrieges waren die meisten Feuerwehrmitglieder eingezogen weshalb im Brandfall nur auf 12 ältere Mitglieder zurückgegriffen werden konnte.

1919 wurde die erste Motorspritze angekauft und die Schlagkraft der Wehr damit wesentlich erhöht.

1921 gab es einen spektakulären und gefährlichen Brand von mehreren mit Phospor beladenen Waggons am Bahnhof Götzendorf. Dabei wurde KDT Ledl von einem explodierenden Behälter getroffen und schwer verletzt. Er erlitt Brandwunden 2. Grades und wurde mit dem nächsten Zug ins Spital nach Wien gebracht. KDT August Ledl war von 1929 bis zu seinem Tod 1932 auch Bezirksfeuerwehr-Kommandant. 

Von 1920 bis zum 2. Weltkrieg führte die Feuerwehr auch den Rettungsdienst und Krankentransporte durch und hatte dafür einen eigenen Wagen. Die Einsatzausfahrten erfolgten mit Pferdebespannung. Die Landwirte stellten einen Bereitschaftsdienst. 

Das erste motorisierte Einsatzfahrzeug, einen Mannschaftswagen der Marke „Morris“ (aus britischen Besatzungsbeständen) erhielt die FF Götzendorf im Jahr 1954.

Im April 1965 führte ein Hochwasser nach tagelangen Kampf um den Damm schließlich zu dessen Bruch und überschwemmte den halben Ort. Die Feuerwehr stand über eine Woche im Dauereinsatz.

1969 war ein schlimmes Jahr mit vielen schweren Unfällen mit PKWs bei den großteils noch ungesicherten Bahnübergängen. Am 14.10.1969 führte ein Großbrand in der Polsterer-Mühle zu einem der größten Brandeinsätze in der Geschichte der Wehr. Erstmals war im Ort eine große Drehleiter im Einsatz, die damals extra aus Mödling kam.

1973 wurde das erste Tanklöschfahrzeug angeschafft, ein Opel Blitz.

Im Juli 1975 wurde Götzendorf erneut von einer schweren Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Wieder brach trotz harten Kampfes der Damm und die Leitha überflutete den Ort.

Die Protokollbücher unserer Wehr sind in insgesamt 8 handgeschriebenen Büchern von 1874 bis heute lückenlos (!) vorhanden, ebenso eine Brandchronik der Jahre 1874 bis 1938, sodass die bewegte Geschichte der Feuerwehr Götzendorf umfangreich dokumentiert ist.

Seit 1960 hat die Feuerwehr durchgehend mindestens eine Wettkampfgruppe und stellte oftmalig die Bezirks- und Abschnittssieger. Es wurden nicht nur der NÖ-Landesbewerb besucht, sondern auch die Landesbewerbe in Oberösterreich und Südtirol.

1999 wurde eine Feuerwehrjugendgruppe gegründet, die unter der Führung von BM Franz Kummer zeitweise 25 Mitglieder zählte und nach wie vor einen großen Stellenwert in unserer Feuerwehr besitzt. Heute hat über ein Drittel des Aktivstandes bereits ihre Wurzeln in der Feuerwehrjugend, wodurch das Durchschnittsalter der aktiven Mannschaft mit 32 Jahren ausgesprochen niedrig ist. 

Die Feuerwehr Götzendorf ist heute eine schlagkräftige, moderne Feuerwehr, deren 2007 bezogenes neues Feuerwehrhaus allen Anforderungen der heutigen Zeit entspricht. Zum Einsatzbereich der Wehr zählen 2 stark befahrene Bundesstraßen (B15 und B60), Regional- und Ostbahnlinie, die Flüsse Leitha und Fischa sowie ein ständig wachsendes Siedlungs- und Industriegebiet. Der Schwerpunkt der bis zu 100 Einsätzen jährlich, liegt im Straßenverkehr. Im Durchschnitt entfallen 20 % aller Einsätze auf Brandeinsätze oder Brandsicherheitswachen, 80 % liegen im technischen Bereich. Ein großes Augenmerk wird auf die Ausbildung gelegt. Es gibt monatliche Gesamtübungen, darüber hinaus unzählige Übungsstunden für Ausbildungsprüfungen, Leistungsbewerbe und Grundausbildung sowie regelmäßige Chargenschulungen und Planspiele für das Führungsteam. 

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